Vor einigen Tagen erreichte uns mal wieder ein Hilferuf, der einen einfach nur fassungslos zurücklässt.😢
Es war einmal im Saarland… So könnte diese Geschichte beginnen. Und leider ist es wieder keine, die gut ausgeht.
Eine junge Frau brachte einen am Boden gefundenen Mauersegler in eine Station. Dort wurde das Tier offenbar kurz angeschaut. Wie genau alles ablief, wissen wir nicht. Am Ende bekam sie den Segler mit den Worten zurück: „Dem fehlt nichts, den können Sie wieder freilassen.“
Schon alleine das macht uns sprachlos.
Sichtlich überfordert, verunsichert und mit einem sehr schlechten Gefühl stand sie da. Zum Glück hörte sie auf ihr Bauchgefühl und ließ ihn nicht fliegen.
Nach einigem Hin und Her fand sie schließlich irgendwie zu uns. Es konnte noch ein Transport zu einer unserer unterstützenden Stellen im Saarland organisiert werden.
Doch es war zu spät.
Der „gesunde“ Mauersegler, dem angeblich nichts fehlte und der nur Stunden zuvor noch hätte freigelassen werden sollen, starb kurze Zeit später.
Einfach so.
Ich kann euch nicht sagen, wie schockiert ich bin. Schockiert über diesen Ablauf. Schockiert darüber, wie leichtfertig hier entschieden wurde. Und schockiert darüber, dass man überhaupt auf die Idee kommt, Mauersegler wieder an Finder mitzugeben.
Denn selbst wenn äußerlich alles in Ordnung wirkt, was nur selten der Fall ist, kann auf diesem Weg bereits unheimlich viel schiefgehen.
Vom Rechtlichen ganz zu schweigen. Darum soll es hier aber gar nicht gehen.
Dieser Altsegler war verletzt.
Wir fanden mehrere Wunden und Krusten, deutliche Hinweise darauf, dass ein Angreifer, vermutlich eine Katze, an ihm war.
Dieses Tier hätte Ruhe gebraucht. Zeit. Eine gründliche Untersuchung. Und vor allem eine sofortige medikamentöse Versorgung.
Dann hätte er vielleicht eine Chance gehabt. Garantieren kann man das nie. Aber eines kann ich mit absoluter Sicherheit sagen:
Dieser Vogel war nicht gesund. Nicht stabil. Und in keinem Zustand, in dem man ihn hätte auswildern dürfen.
Hätte die Finderin nicht so gehandelt, wäre er vermutlich abgestürzt und draußen qualvoll verendet.
So blieb ihm zumindest ein weiterer Absturz erspart. Sein Leben verlor er dennoch.
Und es bleibt dieses Gefühl: Es hätte nicht sein müssen.
Es ist so sinnlos.
Auch deshalb trifft mich dieser Fall besonders. Erst vor wenigen Wochen habe ich sechs Stunden lang genau über solche Situationen referiert.
Mein dringender Appell und damit dieser Tod nicht völlig umsonst war:
Bitte wildert Mauersegler nicht einfach wieder aus.
Es ist extrem selten, dass ein am Boden gefundener Mauersegler wirklich nichts hat.
Gerade aktuell sind die Ursachen häufig Revierkämpfe oder Anflugtraumata. Nicht selten kommen danach noch Verletzungen durch Katzen oder andere Angreifer hinzu.
Auch wenn ein Segler zunächst einen guten Eindruck macht, ist das oft Adrenalin. Die Tiere sind aufgebracht, wollen weg und wirken dadurch stabiler, als sie tatsächlich sind.
Was danach passiert, sehen wir immer wieder: Nach einigen Stunden bauen sie ab.
Dann zeigen sich die Symptome. Erschöpfung. Schmerzen. Schwäche.
Sie sitzen kauernd in den Ecken ihrer Boxen und sind einfach nur dankbar, endlich zur Ruhe kommen zu dürfen.
Der Körper muss gründlich untersucht werden. Nach Wunden, nach kleinsten Verletzungen, nach allem, was von außen vielleicht kaum sichtbar ist.
Denn selbst kleinste Verletzungen können zu einer tödlichen Sepsis führen.
Und keinem Segler schadet es, 24 Stunden unter Beobachtung zu bleiben.Wenn dann wirklich alles unauffällig ist, könnte man über eine Auswilderung nachdenken.
Alles andere gefährdet ihr Leben.
Und sie haben nur dieses eine Leben 💔
Unser Projekt wird gefördert durch die
Heinz Sielmann Stiftung.
Willkommen bei der Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Staatlich anerkannte Auffangstation für Mauer- und Alpensegler mit Erlaubnis nach §11 TierSchG.
Wir freuen uns, dass du hier bist!
Als gemeinnütziger Verein setzen wir uns nachhaltig für den Schutz und die Erhaltung von Mauer- und Alpenseglern ein. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, verletzte oder hilfsbedürftige Vögel fachgerecht zu pflegen und nach erfolgreicher Rehabilitation wieder auszuwildern. In unserer professionell ausgestatteten Pflegestation gewährleisten wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. (Mauerseglerklinik in Frankfurt a. M.), eine umfassende medizinische Betreuung, die den Tieren eine bestmögliche Rehabilitation ermöglicht.
Darüber hinaus leisten wir wichtige Aufklärungsarbeit, um die Öffentlichkeit über die vielfältigen Bedrohungen für diese Arten zu informieren. Angesichts des bundesrechtlichen Schutzes der Mauersegler sowie ihrer Brutstätten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz engagieren wir uns auch für die Einhaltung der geltenden Vorschriften bei baulichen Maßnahmen, wie beispielsweise Haus- und Fassadensanierungen. Zudem bieten wir kompetente Beratung bei der Planung und Anbringung von Nisthilfen an.
Leider erreicht die Anzahl der verletzten und hilfsbedürftigen Segler jährlich neue Rekordzahlen. Da wir als ehrenamtlicher Verein auf Spenden und Hilfe angewiesen sind, freuen wir uns also über jeden, der uns unterstützen möchte. Sei es durch eine Spende, durch ehrenamtliche Arbeit oder durch Verbreitung unserer Mission.
Gerettete Segler seit 2016
Der Mauersegler
(Apus apus) ...
- verbringt etwa 95% seines Lebens im Flug und schläft sogar dort
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fliegt in Höhen bis zu 3000 Metern
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kann über 150 km/h schnell fliegen
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kehrt jedes Jahr zum selben Nistplatz zurück
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kann über 20 Jahre alt werden
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trinkt im Tiefflug aus Gewässern
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stimmt Ende April mit lautem den Sommer bei uns ein
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Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 08.05.2026
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 06.05.2026In de vergangenen Tagen war es endlich so weit: Der größte Teil unserer Überwinterungsschwalben aus dem Schwalben-Drama des letzten Jahres durfte zurück in die Freiheit. Damals hatten die widrigen Witterungsbedingungen vielen von ihnen schwer zugesetzt und ein Zug in den Süden unmöglich gemacht, umso schöner ist es, zu sehen, dass sie den Winter gut überstanden haben.
Bis auf sechs Schwalben konnten alle in den Himmel entlassen werden. Die verbliebenen müssen sich noch ein wenig gedulden, da ihre Federn noch nicht vollständig gemausert sind. Doch auch sie profitieren bereits von der nun kleineren Gruppe: keine Warteschlangen mehr am Buffet, keine dominanten „Platzhirsche“ oder selbsternannten Chefs, die alles für sich beanspruchen. Die Badeplätze sind jederzeit frei zugänglich, und auch die Flugbahnen sind frei und gehören wieder allen gleichermaßen.
Man spürt förmlich, wie sehr sie diese Ruhe und den gewonnenen Platz genießen, wenn auch sie in den großen Zimmern nun etwas verloren wirken😂
Ein ganz besonderer Dank gilt unserer lieben Kirsten. Seit nunmehr acht Monaten ,ohne einen einzigen Tag Pause , kümmert sie sich unermüdlich um die Versorgung der Schwalben.
Jeden Morgen klingelt ihr Wecker um 5 Uhr. Dann geht es direkt ins Auto, zum Haus der Schwalben, wo sie putzt, versorgt, füttert, kontrolliert und das Tag für Tag, sieben Tage die Woche. Erst danach beginnt ihr eigentlicher Alltag.
Dieser Einsatz ist alles andere als selbstverständlich. Wir hätten ihr von Herzen gewünscht, dass auch für sie schon etwas Ruhe einkehrt. Doch noch halten die letzten sechs sie auf Trab bis auch sie bereit für die Freiheit sind.
Danke, liebe Kirsten, für deinen unglaubliche Einsatz ❤️