⚠️ ACHTUNG: BITTE DEN GESAMTEN TEXT LESEN! ( Sorry das er so lang ist ) ⚠️
Gefiederschäden, aktuell ein ganz großes Thema!
Gefiederschäden sind in diesem Jahr leider ein sehr großes Thema. Und leider stoßen wir gerade bei diesem Thema teilweise auf sehr viel Unverständnis, insbesondere von Seiten mancher Pflegestellen aber auch bei Privaten Leuten.
Vorab deshalb noch einmal für alle zum Verständnis:
Es ist aktuell noch mitten in der Saison.
Es kommen weiterhin unzählige kleine Babys zu uns und in die Mauerseglerklinik. Wir geben wirklich unser Bestes, um allen Tieren zu Helfen.
Habt deshalb bitte etwas Rücksicht und Verständnis dafür, dass nicht jede Nachricht zum Thema Gefiederschäden sofort beantwortet werden kann.
Wer bereits vor Wochen geschrieben und keine Antwort bekommen hat: Sehr wahrscheinlich ist die Nachricht in den hunderten Notfällen schlicht untergegangen. Schreibt bitte einfach noch einmal.
Was wir nicht brauchen, ist ein virtueller Mob, der uns mit Fackeln und Mistgabeln verfolgt, weil eine Nachricht nicht innerhalb weniger Tage beantwortet wurde.
So. Und nun zurück zum eigentlichen Thema.
Die Beurteilung der Gefiederschäden
Auf dem Bild seht ihr die für dieses Jahr festgelegten Kriterien, an denen wir uns orientieren. Sie helfen uns dabei einzuschätzen, welche Gefiederschäden realistisch und fachlich sinnvoll repariert werden können und welche Schäden, so schlimm das auch ist, nicht mehr sinnvoll oder umsetzbar zu sanieren sind.
Dieser Sommer hat uns allen unglaublich viel abverlangt und wird das auch noch bis weit in den Winter hinein tun.
Wir versuchen, so viele Tiere wie möglich zu retten.
Aber es ist schlicht unmöglich, diese Mengen alle zu schaffen, wenn gleichzeitig sehr viele Tiere aufwendige Gefiedersanierungen benötigen.
Wir müssen uns deshalb auf die Schäden konzentrieren, die wir tatsächlich fachgerecht abarbeiten können.
Wir wissen, wie schlimm diese Situation für euch ist.
Man zieht einen kleinen Mauersegler groß, versorgt ihn, freut sich über seine Entwicklung und dann entsteht, aus welchem Grund auch immer, ein Gefiederschaden. Plötzlich steht man vor einer Entscheidung, die niemand treffen möchte.
Und genau deshalb hören wir immer wieder:
„Dann überwintere ich ihn eben selbst.“
Dazu möchten wir jetzt einmal ganz klare Worte mit auf den Weg geben.
Bitte schiebt eure Emotionen bei diesem Thema für einen Moment zur Seite und nehmt diese Zeilen wirklich mit klarem, rationalem Blick auf.
Denn: Es ist nicht einfach nur „überwintern“.
Ein zielloses Überwintern, nur um eine Entscheidung über den Gefiederschaden hinauszuzögern, ist nicht das, was wir euch anraten möchten.
Natürlich kann es Situationen geben, in denen ein Mauersegler über einen längeren Zeitraum gepflegt werden muss. Aber dann muss es dafür auch eine konkrete fachliche Perspektive und einen entsprechenden Plan geben.
Was passiert denn nach diesem Winter?
Was glaubt ihr, ist bis zum nächsten Frühjahr passiert?
Ich sage euch, was passiert ist:
Nichts.
Die Tiere, die bis dahin überhaupt überlebt haben und nicht bereits im Herbst oder Winter an Folgeproblemen verstorben sind, haben ihre Gefiederschäden noch immer.
Und genau hier liegt unser Problem.
Ein Mauersegler mausert nicht einfach über den Winter komplett neu. Die reguläre vollständige Mauser des Großgefieders beginnt erst im folgenden Sommer. Es vergehen also Monate, ehe überhaupt etwas passiert.
Und in diesen Monaten können weitere Probleme entstehen.
Sehr häufig kommt es zu Augeninfektionen, die nicht selten zur Erblindung führen können. Die Keime, die uns und unsere Umgebung ganz selbstverständlich umgeben, können bei diesen immungeschwächten Tieren zu erheblichen Problemen führen. Gerade bei Infektionen mit multiresistenten Erregern sind die Behandlungsmöglichkeiten nicht nennenswert gegeben.
Auch Abszesse aufgrund dieser Keime und Hygienelücken sind keine Seltenheit.
Dazu kommen Federbalgzysten, die insbesondere dann zum Problem werden können, wenn Federn entgegen fachlicher Empfehlungen unsachgemäß gezogen wurden.
Und dann gibt es noch einen Punkt, über den leider viel zu wenig gesprochen wird:
Die mentale Verfassung dieser Tiere.
Ein Mauersegler ist kein Tier, das man einfach monatelang in einer Box hält und anschließend wieder in die Freiheit setzt.
Die Tiere werden unruhig. Sie wollen fliegen. Sie wollen sich bewegen. Gerade während der natürlichen Zugzeiten und der Umstellungsphasen von Herbst zu Winter verändert sich ihr Verhalten deutlich.
Und wenn ein Tier bereits ein geschädigtes Gefieder hat, kann genau diese zunehmende Unruhe dazu führen, dass die noch vorhandenen Federreste weiter beschädigt werden.
Diese Tiere sind dauerhaft Pflegefälle. Sie fressen und trinken nicht selbstständig, sie müssen jeden Tag mehrfach gefüttert und versorgt werden.
Ein „mit hier und mit dahin nehmen“ fällt aufgrund der Immunschwäche in dieser Zeit aus, der Stress wäre zu groß.
Und manche Tiere geben sich einfach auf ,man muss dies erkennen können!
Dann kommt irgendwann der Frühling.
Und dann?
Die Gefiederschäden sind immer noch da und
schon beginnt die nächste Saison. Wieder kommen hunderte Mauersegler, die Hilfe benötigen.
Und eure Mauersegler, sofern bis hierher überlebt, sitzt weiterhin und wartet darauf, dass das Gefieder irgendwann vollständig erneuert ist.
Inzwischen werden bereits die neuen Gefiederschäden aus der nächsten Saison anstehen.
Vielleicht entwickeln sich mit optimaler Versorgung, guter Ernährung, Lichttherapie und allen notwendigen Maßnahmen tatsächlich neue schöne Federn.
Aber auch dann ist noch lange nicht gesagt, dass das Problem erledigt ist.
Denn der Herbst kommt und wieder die Zugzeit, Kältephase und die damit verbundenen Belastungen.
Federn, die bis hierher vielleicht mühsam nachgewachsen sind, können erneut beschädigt werden.
Und dann steht am Ende möglicherweise trotzdem wieder eine Gefiedersanierung an.
Gesetzt den Fall, euer Mauersegler wäre irgendwann Ende Mai 2028 bei optimalem Gewicht, bester Gesundheit, vollständig intaktem und belastbarem Gefieder und hätte ausreichend Bewegungs- und Flugtraining in einem geeigneten Flugraum erhalten, dann könnte man über eine Auswilderung nachdenken.
Aber genau das ist der Punkt:
Das ist ein theoretischer Optimalverlauf. Nicht die Realität, denn viele haben diese Möglichkeiten gar nicht und die meisten Mauersegler schaffen es soweit nicht unbeschadet.
Und deshalb bitten wir euch eindringlich:
Nehmt eine solche Entscheidung nicht auf die leichte Schulter.
Wir verstehen, dass es emotional unglaublich schwer ist. Wir verstehen, dass ihr das Tier nicht aufgeben wollt, nachdem ihr es so lange versorgt habt.
Aber bitte trefft diese Entscheidung nicht aufgrund eurer emotionalen Bindung, sondern aufgrund dessen, was für das Tier tatsächlich die beste Perspektive ist.
Wenn ihr Probleme habt, den Gefiederschaden selbst einzuschätzen, meldet euch.
Es ist überhaupt kein Problem, wenn ihr sagt:
„Ich weiß nicht, ob ich das richtig einschätze.“
Was jetzt wichtig ist
Wenn euer Mauersegler einen Gefiederschaden hat und die auf dem Bild genannten Kriterien für eine Übernahme bzw. Sanierung zutreffen, also die positiven Aspekte in Punkten übereinstimmen, meldet euch bitte in der Mauerseglerklinik per Mail an.
Wenn ihr den Vogel aktuell noch selbst gut versorgen könnt, ist das sogar eine große Hilfe. Je mehr Luft wir bei den Pflegeplätzen haben, desto mehr Zeit und Kapazitäten haben wir für die eigentliche Sanierung und Rehabilitation der Tiere.
Tiere, die alleine sitzen, werden selbstverständlich vorgezogen und zeitnah übernommen, damit sie nicht über längere Zeit alleine bleiben müssen.
Von dieser Kategorisierung ausgenommen sind adulte Mauersegler. Diese bitte immer anmelden. Hier muss mach Ausmaß der Schäden entschieden werden.
Und ganz wichtig:
Flügge juvenile Mauersegler aus diesem Jahr sind NICHT adult!
Bitte lest euch diesen Text wirklich genau durch. Schaut euch die Kriterien auf dem Bild an. Geht noch einmal in euch und trefft dann die Entscheidung, die für euren Mauersegler die beste ist und nicht die, die sich für euch am leichtesten anfühlt.
Und wenn ihr unsicher seid oder Fragen habt:
Meldet euch.
[email protected]
[email protected]
Wir geben weiterhin alles, um zu helfen, zu übernehmen und zu retten, was zu retten ist.
Unser Projekt wird gefördert durch die
Heinz Sielmann Stiftung.
Willkommen bei der Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Staatlich anerkannte Auffangstation für Mauer- und Alpensegler mit Erlaubnis nach §11 TierSchG.
Wir freuen uns, dass du hier bist!
Als gemeinnütziger Verein setzen wir uns nachhaltig für den Schutz und die Erhaltung von Mauer- und Alpenseglern ein. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, verletzte oder hilfsbedürftige Vögel fachgerecht zu pflegen und nach erfolgreicher Rehabilitation wieder auszuwildern. In unserer professionell ausgestatteten Pflegestation gewährleisten wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. (Mauerseglerklinik in Frankfurt a. M.), eine umfassende medizinische Betreuung, die den Tieren eine bestmögliche Rehabilitation ermöglicht.
Darüber hinaus leisten wir wichtige Aufklärungsarbeit, um die Öffentlichkeit über die vielfältigen Bedrohungen für diese Arten zu informieren. Angesichts des bundesrechtlichen Schutzes der Mauersegler sowie ihrer Brutstätten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz engagieren wir uns auch für die Einhaltung der geltenden Vorschriften bei baulichen Maßnahmen, wie beispielsweise Haus- und Fassadensanierungen. Zudem bieten wir kompetente Beratung bei der Planung und Anbringung von Nisthilfen an.
Leider erreicht die Anzahl der verletzten und hilfsbedürftigen Segler jährlich neue Rekordzahlen. Da wir als ehrenamtlicher Verein auf Spenden und Hilfe angewiesen sind, freuen wir uns also über jeden, der uns unterstützen möchte. Sei es durch eine Spende, durch ehrenamtliche Arbeit oder durch Verbreitung unserer Mission.
Gerettete Segler seit 2016
Der Mauersegler
(Apus apus) ...
- verbringt etwa 95% seines Lebens im Flug und schläft sogar dort
-
fliegt in Höhen bis zu 3000 Metern
-
kann über 150 km/h schnell fliegen
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kehrt jedes Jahr zum selben Nistplatz zurück
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kann über 20 Jahre alt werden
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trinkt im Tiefflug aus Gewässern
-
stimmt Ende April mit lautem den Sommer bei uns ein
Aktuelle Facebook-Beiträge
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 08.08.2026
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 07.08.2026Ihr Lieben, es ist vollbracht!
Die 11 Nordlichter sind sicher bei uns gelandet.❤️
Vielen Dank an alle Beteiligten, die seit gestern quasi nonstop mit der Organisation beschäftigt waren, damit wir diese Fahrkette hinbekommen konnten.
Ein großer Dank geht an Viktoria, die die Tiere vor Ort versorgt hat, bis die Weiterreise organisiert werden konnte.
Vielen Dank auch an den lieben Trucker, der die Fahrt aus Richtung Hamburg nach Frankfurt übernommen hat und sogar noch einen Patienten für die Mauerseglerklinik eingesammelt hat.
Lediglich bei der Anfangsstrecke von Flensburg zum Treffpunkt gab es leider Probleme. Bis spät am Abend ließ sich keine konkrete Fahrmöglichkeit finden, sodass wir schließlich ein Taxi beauftragen mussten. Zum Glück haben wir ein sehr nettes Unternehmen gefunden, das die Segler für 298 € sicher über die mehr als zweistündige Strecke zum Übergabepunkt gebracht hat.
Also noch einmal ein ganz großes Dankeschön an alle, die bei der Organisation, der Versorgung und natürlich bei den Fahrten geholfen haben. Ohne euch wäre das so nicht möglich gewesen.
Und nun wünschen wir unserer Britta weiterhin gute Besserung und hoffen, dass ihr Arm ganz schnell wieder richtig funktioniert.❤️
Wer uns bei den entstandenen Fahrkosten ein wenig unter die Flügel greifen möchte, darf uns sehr gerne unterstützen. Wir freuen uns über jede Hilfe.❤️
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Gute Nacht an alle und nochmals von Herzen vielen Dank! ❤️