Eine wichtige Bitte bezüglich der Übernahmen eurer Segler!
Wenn wir Tiere aus anderen Stationen oder Pflegestellen übernehmen, setzen wir eigentlich voraus, dass die Tiere, insbesondere bei längeren Transportwegen, fachgerecht und transportsicher untergebracht werden.
Das Transportbehältnis sollte dabei so bemessen sein, dass die Tiere sich problemlos darin drehen und auch einmal vollständig ausstrecken können. Gleichzeitig sollte es natürlich nicht überdimensioniert sein. Die Tiere sollten während des Transports sicher und möglichst stabil untergebracht sein. Bitte verwendet hierfür keine großen Umzugskartons.
Ebenso sollte es selbstverständlich sein, dass wir die relevanten Informationen zu den Tieren erhalten und unmittelbar informiert werden, wenn sich an der vereinbarten Anzahl etwas ändert.
Leider waren wir da offenbar etwas zu naiv. Uns erreichten nun schon mehrfach schockierende Horrortransporte, die einen einfach sprachlos machen.
Deshalb werden wir diese Punkte zukünftig noch einmal gesondert und in möglichst eindeutigen Worten kommunizieren. Es macht fassungslos, dass es überhaupt nötig ist, so etwas zu erwähnen.
Daher die Bitte an alle, die Tiere zu uns oder in die Klinik überstellen:
Bitte setzt die Tiere in den Gruppen zusammen, in denen sie auch in Pflege sitzen. Gebt uns die relevanten Informationen zu den Tieren mit, insbesondere welche Medikamente während der Pflege verabreicht wurden Auffälligkeiten etc . und ganz wichtig: Wann wurde zuletzt Vitamin B gespritzt? Liegt die letzte Gabe bereits 4 bis 5 Tage zurück, sollte diese nach Möglichkeit am Tag vor dem Transport noch einmal erfolgen und aufgefrischt werden.
Tiere in schlechtem Allgemeinzustand oder mit Untergewicht müssen so untergebracht werden, dass sie während des Transports nicht umherfallen oder sich verletzen können und ausreichend gewärmt sind.
Bitte nicht einfach alles in einen großen Karton werfen. 😢 Das ist weder fachgerecht noch dem Tier gegenüber vertretbar. Es sind Lebewesen und kein Müll, den ihr loswerden wollt!
Ebenso absolut nicht in Ordnung ist es, eigenständig eine größere Anzahl an Tieren mitzuschicken, als vorher mit uns abgesprochen wurde. Wir planen Übernahmen anhand konkreter Tierzahlen. Dahinter stehen Transportkapazitäten, Fahrer, Unterbringungsmöglichkeiten und natürlich die notwendige Versorgung der Tiere.
Eine zusätzliche Anzahl einfach mitzugeben, ist daher keine Kleinigkeit und absolut nicht in Ordnung. Sollten dringende Notfälle dazukommen, sind wir auch kurzfristig erreichbar, um dies kurz abzustimmen.
Sollte sich die Anzahl der Tiere bis zur Übernahme ändern, die bei uns oder in der Klinik final angekündigt wurde, bitten wir um sofortige und unaufgeforderte Mitteilung!
Wenn beispielsweise 13 Tiere gemeldet sind und nur 12 ankommen, löst das bei uns eine komplette Kette aus Panik, Rückfragen und unnötiger Arbeit aus. Jeder Fahrer der Transportkette wird kontaktiert, die einzelnen Übergaben werden nachvollzogen und wir investieren Zeit und Nerven, nur um Stunden später zu erfahren:
„Ups, verzählt.“
Oder:
„Ach ja, der andere ist noch gestorben.“
Beides sind Informationen, die man uns vor dem Transport mitteilen muss.
Das hier betrifft ausdrücklich nicht jeden, der uns bisher Tiere gebracht hat. Aber es häuft sich, es nervt und es erschwert unsere ohnehin enorme Arbeit erheblich.
Wir erwarten hier nichts Unmenschliches und haben auch keine überhöhten Ansprüche, sondern schlicht verlässliche Kommunikation, fachgerechte Transportvorbereitung, die Einhaltung getroffener Absprachen sowie einen ordentlichen und respektvollen Umgang mit Lebewesen.
Und ganz ehrlich: Es ist traurig und man muss sich schon fremdschämen, dass wir das hier überhaupt erklären und ansprechen müssen.
Bitte wir müssen solche Horrortransporte wie auf dem Bild zukünftig zu verhindern. Die Tiere waren teilweise nur noch haut und Knochen 😢
Unser Projekt wird gefördert durch die
Heinz Sielmann Stiftung.
Willkommen bei der Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Staatlich anerkannte Auffangstation für Mauer- und Alpensegler mit Erlaubnis nach §11 TierSchG.
Wir freuen uns, dass du hier bist!
Als gemeinnütziger Verein setzen wir uns nachhaltig für den Schutz und die Erhaltung von Mauer- und Alpenseglern ein. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, verletzte oder hilfsbedürftige Vögel fachgerecht zu pflegen und nach erfolgreicher Rehabilitation wieder auszuwildern. In unserer professionell ausgestatteten Pflegestation gewährleisten wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. (Mauerseglerklinik in Frankfurt a. M.), eine umfassende medizinische Betreuung, die den Tieren eine bestmögliche Rehabilitation ermöglicht.
Darüber hinaus leisten wir wichtige Aufklärungsarbeit, um die Öffentlichkeit über die vielfältigen Bedrohungen für diese Arten zu informieren. Angesichts des bundesrechtlichen Schutzes der Mauersegler sowie ihrer Brutstätten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz engagieren wir uns auch für die Einhaltung der geltenden Vorschriften bei baulichen Maßnahmen, wie beispielsweise Haus- und Fassadensanierungen. Zudem bieten wir kompetente Beratung bei der Planung und Anbringung von Nisthilfen an.
Leider erreicht die Anzahl der verletzten und hilfsbedürftigen Segler jährlich neue Rekordzahlen. Da wir als ehrenamtlicher Verein auf Spenden und Hilfe angewiesen sind, freuen wir uns also über jeden, der uns unterstützen möchte. Sei es durch eine Spende, durch ehrenamtliche Arbeit oder durch Verbreitung unserer Mission.
Gerettete Segler seit 2016
Der Mauersegler
(Apus apus) ...
- verbringt etwa 95% seines Lebens im Flug und schläft sogar dort
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fliegt in Höhen bis zu 3000 Metern
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kann über 150 km/h schnell fliegen
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kehrt jedes Jahr zum selben Nistplatz zurück
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kann über 20 Jahre alt werden
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trinkt im Tiefflug aus Gewässern
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stimmt Ende April mit lautem den Sommer bei uns ein
Aktuelle Facebook-Beiträge
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 30.08.2026
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 28.08.2026Ihr Lieben,
nun ist es schon wieder länger her, dass wir uns gemeldet haben. Die Kräfte schwinden, aber es ist noch immer viel zu tun. Im Stillen übernehmen wir nach und nach weitere Segler und auch jetzt kommen noch immer verhungerte Seelchen bei uns an.
Heute möchte ich euch ein besonders trauriges Schicksal vorstellen. Ich möchte nicht, dass dieses kleine Kämpferherz ungesehen bleibt.
Der kleine Linus. ❤️
Linus muss vor nun etwa sieben Wochen aus seinem Nest in Mannheim gepurzelt sein. Er war noch ganz klein und ohne Federn und hätte dringend fachkundige Hilfe benötigt, um gesund groß zu werden.
Doch seine Finder sahen das anders. Linus wurde neues Familienmitglied oder, sagen wir besser, zum Experiment.
Sein Martyrium dauerte fünf Wochen. Gefüttert wurde hauptsächlich mit Mehlwürmern, hier und da einer Fliege und irgendwann ein paar Heimchen. Und nach fünf Wochen kam schließlich die „Freilassung“.
Linus konnte überhaupt nicht fliegen. Er flatterte vermutlich panisch in wenigen Zentimetern Höhe voran und verschwand in einem Gebüsch. Die Familie fand ihn nicht wieder.
Erst nach zwei langen, gefährlichen und unendlich scheinenden Tagen wurde er zufällig wiedergefunden. Und zufällig fand man dann auch ganz schnell zu uns. Das passiert leider sehr oft: Wenn die Experimente scheitern und die Tiere kaputt sind, kann man uns plötzlich finden.
Vermutlich war nun Zeitdruck da, wegen Urlaub und überhaupt: Bitte abholen!
Wir zögerten nicht lange. Unsere Helferin düste sofort los, um den kleinen Schatz in Obhut zu nehmen. Wenig später war er bei uns.
Ein schrecklicher Anblick. Abgemagert bis auf die Knochen, das Gefieder ruiniert. Aber das alles hätten wir wieder hinbekommen.
Doch fünf Wochen Mehlwürmer, keine ausreichende Mineralstoffversorgung und keine fachgerechte Aufzucht hatten einen hohen Preis.
Seine Gelenke waren zerstört, seine Wirbelsäule angegriffen und seine Nerven geschädigt. Linus würde niemals fliegen können.
Mehlwürmer sind für die Aufzucht eines Mauerseglers /Vogels völlig ungeeignet. Ihr Calcium-Phosphor-Verhältnis ist extrem schlecht. Sie enthalten relativ viel Phosphor, aber nur wenig Calcium. Gerade bei einem heranwachsenden Vogel ist Calcium jedoch für die Mineralisierung und Entwicklung des Skeletts lebenswichtig.
Wird über längere Zeit sehr phosphorreich und gleichzeitig calciumarm ernährt, gerät der Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht. Der Körper versucht, gegen zu steuer und alles stabil zu halten und kann dafür Calcium aus den Knochen mobilisieren. Bei einem noch wachsenden Tier kann eine solche Fehlversorgung zu einer schweren Störung der Knochenmineralisierung und damit zu massiven Schäden an Knochen, Gelenken und dem gesamten Bewegungsapparat führen.
Genau das können wir bei Linus nicht mehr ungeschehen machen.
Das Einzige, was mir blieb, war, ihm ein paar schöne Tage zu machen.
Artgenossen, die er vorher nicht kannte. Denn bisher war er Spielzeug für Menschen. Gefieder geputzt bekommen. Dinge tun, die ein kleiner Segler eben so macht. Immer genug zu essen, bis man satt ist. Keinen Hunger mehr haben. Keine Schmerzen mehr haben.
Doch dann kam der Tag, an dem Linus unruhig wurde.
Der Tag, an dem kein Artgenosse und auch kein Futter seine Stimmung mehr heben konnte.
Er wollte so gerne fliegen.
Aber an unserem Himmel hatte er keine Zukunft.
So blieb uns nur der schwere Gang, diesem kleinen Geschöpf endlich Frieden zu schenken.
Mit den schönsten Engelsflügeln hat er sich aufgemacht an seinen eigenen Himmel. ❤️
Bitte macht aus Wildtieren, egal welcher Art, kein Familienexperiment.
Sie haben nur dieses eine Leben!
Und Linus hatte nur dieses eine kleine Leben. Wir hätten ihm so sehr gewünscht, dass es anders verlaufen wäre.
Flieg frei, kleiner Linus. ❤️🪽