Kaum kommt die Sonne heraus und die Temperaturen steigen etwas, nehmen auch die Anrufe aus ganz Deutschland wieder deutlich zu.
Leider können wir nicht immer direkt eine Pflegestelle oder einen Helfer vor Ort vermitteln. Ein Problem, das uns dabei immer häufiger begegnet: Viele Menschen nutzen Facebook nicht mehr oder möchten sich auch für die Rettung eines Mauerseglers keinen Account erstellen.
Das ist natürlich jedem selbst überlassen. Die Realität ist jedoch, dass sich ein großer Teil der Wildvogelhilfe und viele Vermittlungsgruppen noch immer dort organisiert haben.
Den daraus entstehenden Frust bekommen wir dann gelegentlich ab. Heute durften wir zahlreiche WhatsApp-Nachrichten einer Dame lesen, die hunderte Kilometer entfernt wohnt. Von „unfähig“ bis hin zu der Aussage, wir seien schuld, wenn der Vogel stirbt über " wieso muss alles im Scheiss Internet statt finden " war alles dabei.
Dabei würden wir wirklich gerne jedem einzelnen Tier helfen. Aber wir können leider keine Pflegestellen herbeizaubern und unsere Hubschrauberstaffel zur bundesweiten Seglerrettung lässt leider noch auf sich warten.😉
Zum Glück gibt es aber auch die andere Seite: Viele Finder sind freundlich, verständnisvoll und dankbar. Und letztlich ist es für niemanden eine schöne Situation, wenn man helfen möchte und an Grenzen stößt.
Heute erreichten uns drei kleine Mauersegler aus Eisenberg, Mannheim und Traben-Trarbach. Unsere fahrenden Engel haben die Kleinen eingesammelt und sicher zu uns gebracht. Vielen Dank dafür ❤️
Der kleine Eisenberger ist leider ziemlich unsanft auf seinem Schnabel gelandet, das tut weh und ist jetzt echt blöd aber wir geben unser bestes das der Schnabel schnell heilt und alles gut wird , die anderen beiden hatten mehr Glück. Allen dreien fehlen ein paar Gramm auf den Rippen, aber das bekommen wir hin.
Nun heißt es erst einmal ankommen, fressen, wachsen und kräftig werden. ❤️
Gute Nacht ihr lieben 🥰
Unser Projekt wird gefördert durch die
Heinz Sielmann Stiftung.
Willkommen bei der Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Staatlich anerkannte Auffangstation für Mauer- und Alpensegler mit Erlaubnis nach §11 TierSchG.
Wir freuen uns, dass du hier bist!
Als gemeinnütziger Verein setzen wir uns nachhaltig für den Schutz und die Erhaltung von Mauer- und Alpenseglern ein. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, verletzte oder hilfsbedürftige Vögel fachgerecht zu pflegen und nach erfolgreicher Rehabilitation wieder auszuwildern. In unserer professionell ausgestatteten Pflegestation gewährleisten wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. (Mauerseglerklinik in Frankfurt a. M.), eine umfassende medizinische Betreuung, die den Tieren eine bestmögliche Rehabilitation ermöglicht.
Darüber hinaus leisten wir wichtige Aufklärungsarbeit, um die Öffentlichkeit über die vielfältigen Bedrohungen für diese Arten zu informieren. Angesichts des bundesrechtlichen Schutzes der Mauersegler sowie ihrer Brutstätten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz engagieren wir uns auch für die Einhaltung der geltenden Vorschriften bei baulichen Maßnahmen, wie beispielsweise Haus- und Fassadensanierungen. Zudem bieten wir kompetente Beratung bei der Planung und Anbringung von Nisthilfen an.
Leider erreicht die Anzahl der verletzten und hilfsbedürftigen Segler jährlich neue Rekordzahlen. Da wir als ehrenamtlicher Verein auf Spenden und Hilfe angewiesen sind, freuen wir uns also über jeden, der uns unterstützen möchte. Sei es durch eine Spende, durch ehrenamtliche Arbeit oder durch Verbreitung unserer Mission.
Gerettete Segler seit 2016
Der Mauersegler
(Apus apus) ...
- verbringt etwa 95% seines Lebens im Flug und schläft sogar dort
-
fliegt in Höhen bis zu 3000 Metern
-
kann über 150 km/h schnell fliegen
-
kehrt jedes Jahr zum selben Nistplatz zurück
-
kann über 20 Jahre alt werden
-
trinkt im Tiefflug aus Gewässern
-
stimmt Ende April mit lautem den Sommer bei uns ein
Aktuelle Facebook-Beiträge
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 13.06.2026
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 11.06.2026Heute haben wir leider keinen schönen Beitrag und auch keine Bilder, die man gern anschaut.
Wenn euch solche Themen belasten, scrollt bitte lieber weiter.
Trotzdem ist es wichtig, darüber zu sprechen, weil es immer wieder zu genau diesem Problem kommt:
Mauersegler am Boden und die Frage: „Sieht doch fit aus, kann ich ihn nicht einfach starten lassen?“
Unsere klare Antwort: Nein.
Wir erleben es leider viel zu oft, dass Segler als „gesund“ eingeschätzt werden, von Findern, Organisationen, manchmal Pflegestellen und auch Tierärzten. Und hier bei uns zeigen sich dann Verletzungen, die auf den ersten Blick niemand erkannt hat: offene Brüche, schwere Kopfverletzungen, aufgerissene Kehlen oder innere Schäden.
Und genau das ist das Problem,
viele Verletzungen sieht man nicht sofort, versteckt unter Federn, und sie lassen sich auch nicht aus der Ferne anhand von Fotos sicher beurteilen.
Ein Mauersegler kann noch aktiv wirken, kann sogar noch abheben und ist trotzdem schwer krank, verletzt oder viel zu schwach. Auch nach Katzenkontakt sieht man oft erstmal nichts. Der Vogel fliegt vielleicht noch los und stirbt dann Stunden oder Tage später an einer Infektion.
Ein Laie kann das nicht sicher beurteilen.
Und ein gut gemeinter Startversuch kann im schlimmsten Fall das Todesurteil sein.
Warum wir das heute so deutlich sagen?
Wir hatten gestern wieder so einen Fall.
Die Finderin schickte uns ein Foto zur Bestimmung, alles sah erstmal unauffällig aus, das Foto zeigte einen Mauersegler aus der Perspektive von oben. Sie sagte, der Segler sei sehr aktiv und wirke fit und fragte zum Glück nach, ob sie ihn nicht einfach wieder freilassen soll.
Wir haben klar gesagt: bitte auf keinen Fall freilassen. Unsere Dagmar holte den Mauersegler dort ab und brachte ihn sicher zu uns.
Als der Vogel bei uns ankam, zeigte sich das ganze Ausmaß, die Augenlider waren auf einer Seite komplett weg, herausgerissen?Wir wissen leider nicht, was diesem armen Geschöpf passiert ist. Das Auge und Teile des Schädels lagen frei. Das Auge war bereits stark geschädigt, der Mauersegler auf diesem Auge erblindet. Von den starken Schmerzen möchten wir gar nicht anfangen.
Und ja, dieser Vogel wäre noch flugfähig gewesen.
Ein paar Meter vielleicht. Und dann hätte er draußen einen langen, qualvollen Tod gehabt, das Glück, dass er ein zweites Mal gefunden wird, haben die wenigsten.
Auch wenn wir ihm aufgrund der Schwere dieser Verletzung keine Zukunft mehr an unserem Himmel schenken können, so konnten wir ihm doch weiteres Leid ersparen.
Deshalb unser dringender Appell an euch,
Wenn ein Mauersegler am Boden sitzt, hat das immer einen Grund.
Bitte lasst ihn immer von einer erfahrenen Stelle anschauen.
Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.