Die letzten Tage waren wieder sehr intensiv, mit Hoffnung, aber auch mit schweren Momenten.
Am Wochenende kam Lior aus Offenburg zu uns, weitergeleitet über eine andere Stelle. Leider waren ihre Verletzungen so schwer, dass es keine Rettung mehr gab. Ihr Flügel war mehrfach gebrochen, mit offenen Austrittsstellen. Eine aussicht auf Rückkehr an den Himmel war unmöglich.😔
Gestern Morgen erreichte uns Valeria aus Speyer. Sie war deutlich gezeichnet von dem, was passiert sein muss, aber zum Glück nicht schwer verletzt. Die Spuren deuten darauf hin, dass sie vermutlich von einer Katze oder einem Hund erwischt wurde. Körperlich hat sie es vergleichsweise glimpflich überstanden, aber der Schock sitzt tief. Sie wird jetzt versorgt und darf zur Ruhe kommen.
Kurz darauf kamen fast gleichzeitig zwei weitere Notfälle, aus Herxheim und aus Schifferstadt.
Arvid aus Herxheim hat es schwer getroffen. Sein Angreifer hatte ihn bereits von Federn befreit, bevor er gestört wurde. Neben den sichtbaren Verletzungen war er stark geprellt, die Atmung auffällig und der Schock massiv. Gestern Abend war unklar, ob er die Nacht übersteht. Doch er hat gekämpft. Heute Morgen zeigte sich eine vorsichtige Stabilisierung. Es bleibt kritisch, aber es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer und auch der Appetit kehrt langsam zurück. Bitte drückt ihm die Daumen.
Und dann ist da Elion aus Schifferstadt.
Ein Mauersegler, der ohnehin schon geschwächt war, abgemagert, ausgetrocknet und voller Staub. Wahrscheinlich war er über längere Zeit irgendwo eingeschlossen und konnte sich erst in letzter Kraft befreien oder lag in einer Ecke wir wissen es leider nicht. Als er auf sich aufmerksam machte und am Boden robbte, wurde beobachtet, wie ein älterer Mann nach ihm trat.
Elion wurde zu uns gebracht, aber seine Verletzungen waren zu schwer. Neben seinem schlechten Allgemeinzustand hatte er einen massiv gebrochenen Flügel und ein großes Hämatom am Brustkorb. Es gab keine Chance mehr für ihn.
Und genau das ist der Teil, der so schwer auszuhalten ist.
Wir kämpfen hier um jedes einzelne Leben, investieren Zeit, Kraft, Schlaf und Herzblut. Wir päppeln sie auf, bringen sie zurück ins Leben und lassen sie dann wieder fliegen, in eine Welt, die nicht nur schön ist, sondern oft auch grausam.
Eine Welt, in der ein geschwächtes Tier nicht Hilfe bekommt, sondern getreten wird.
Eine Welt, in der sie Ignoranz ausgeliefert sind und ein Moment alles beendet.
Und wir stehen daneben und wissen, dass wir sie nicht beschützen können 😢
Unser Projekt wird gefördert durch die
Heinz Sielmann Stiftung.
Willkommen bei der Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Staatlich anerkannte Auffangstation für Mauer- und Alpensegler mit Erlaubnis nach §11 TierSchG.
Wir freuen uns, dass du hier bist!
Als gemeinnütziger Verein setzen wir uns nachhaltig für den Schutz und die Erhaltung von Mauer- und Alpenseglern ein. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, verletzte oder hilfsbedürftige Vögel fachgerecht zu pflegen und nach erfolgreicher Rehabilitation wieder auszuwildern. In unserer professionell ausgestatteten Pflegestation gewährleisten wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. (Mauerseglerklinik in Frankfurt a. M.), eine umfassende medizinische Betreuung, die den Tieren eine bestmögliche Rehabilitation ermöglicht.
Darüber hinaus leisten wir wichtige Aufklärungsarbeit, um die Öffentlichkeit über die vielfältigen Bedrohungen für diese Arten zu informieren. Angesichts des bundesrechtlichen Schutzes der Mauersegler sowie ihrer Brutstätten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz engagieren wir uns auch für die Einhaltung der geltenden Vorschriften bei baulichen Maßnahmen, wie beispielsweise Haus- und Fassadensanierungen. Zudem bieten wir kompetente Beratung bei der Planung und Anbringung von Nisthilfen an.
Leider erreicht die Anzahl der verletzten und hilfsbedürftigen Segler jährlich neue Rekordzahlen. Da wir als ehrenamtlicher Verein auf Spenden und Hilfe angewiesen sind, freuen wir uns also über jeden, der uns unterstützen möchte. Sei es durch eine Spende, durch ehrenamtliche Arbeit oder durch Verbreitung unserer Mission.
Gerettete Segler seit 2016
Der Mauersegler
(Apus apus) ...
- verbringt etwa 95% seines Lebens im Flug und schläft sogar dort
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fliegt in Höhen bis zu 3000 Metern
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kann über 150 km/h schnell fliegen
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kehrt jedes Jahr zum selben Nistplatz zurück
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kann über 20 Jahre alt werden
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trinkt im Tiefflug aus Gewässern
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stimmt Ende April mit lautem den Sommer bei uns ein
Aktuelle Facebook-Beiträge
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 05.05.2026
Mauerseglerhilfe Apus e.V.
Gepostet am: 30.04.2026Heute hat uns der nächste Notfall aus Haßloch erreicht.
Ein herzliches Dankeschön an die Wildvogelrettung e.V. für die schnelle Weiterleitung und das vermitteln.
Die kleine Kämpferin haben wir Freya genannt. Ihr Zustand lässt vermuten, dass ihr Unfall schon länger zurück liegen muss, vor allem ihr deutlich zu geringes Gewicht spricht dafür, dass sie nicht erst seit gestern am Boden saß. Was genau passiert ist, können wir leider nicht genau sagen. Die Verletzungen sind jedoch eindeutig: eine Schnabelfraktur, zusätzlich eine Fraktur am Gaumen sowie Zerrungen am Bein und am rechten Flügel.
Ihr Finder wurde aufmerksam, als Kinder bereits an ihr herumhantierten, und konnte gerade noch rechtzeitig eingreifen und vermutlich Schlimmeres verhindern.
Unser Kurier hat sich direkt auf den Weg gemacht sie abzuholen, vielen Dank für diesen tollen Einsatz ❤️
Bei uns angekommen, kam Freya direkt in die warme Intensivbox. Sie erhielt eine Infusion und hat erst einmal ausgiebig getrunken – der Durst war enorm. Nach der Erstversorgung und einem kleinen Happen ist sie nun völlig erschöpft und darf sich ausruhen.❤️
Wir hoffen sehr, dass sie die Kraft findet, sich zu erholen. Drückt der kleinen Freya die Daumen.🖤