Die Mauersegler (Apus apus) sind eine geschützte Zugvogelart, die in
Deutschland typischerweise von Ende April bis August – in Einzelfällen
auch bis in den September hinein – brütet. Als ausgeprägte Kulturfolger
nutzen sie vornehmlich urbane Strukturen als Brutstätten. Dabei besetzen
sie häufig schwer erkennbare Hohlräume wie Dachgesimse, schmale
Maueröffnungen, undichte Rolladenkästen, Fenstersimsen, Fassaden oder
Dachverkleidungen. Die Eintrittsöffnungen sind oft so klein, dass sie
von unten kaum sichtbar sind; ihre Präsenz wird vielmehr durch die
abendlichen An- und Abflüge der Vögel festgestellt.
Zunehmend sind die natürlichen Nistplätze aufgrund moderner Bau- und
Renovierungsmaßnahmen bedroht. Neue Dachabdeckungen, der Einsatz von
Taubenabwehrmitteln – wie pastöse Abwehrstoffe und Spikes – sowie ein
allgemein mangelndes Bewusstsein für den Schutz dieser Tiere reduzieren
die vorhandenen Brutmöglichkeiten erheblich. Diese Entwicklungen wirken
sich nicht nur auf die Brut der Jungvögel aus, sondern gefährden auch
die adulten Tiere, da sie auf funktionierende Brutplätze angewiesen
sind, um ihren Lebenszyklus erfolgreich zu gestalten.
Mauersegler brüten bevorzugt in Kolonien, da eine nahegelegene
Ansiedlung weiterer Nistplätze für den Erfolg der Brut von
entscheidender Bedeutung ist. Es zeigt sich, dass Vögel sich nur dann
dauerhaft an einem Ort niederlassen, wenn sie bereits die Anwesenheit
Artgenossen wahrnehmen können. Häufig wird erst dann Handlungsbedarf
deutlich, wenn Mauersegler plötzlich ausbleiben oder keine Jungen mehr
erfolgreich aufgezogen werden können.